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Die Kunst des Schlummerns ist eine Frage des Geschlechts. Männer beherrschen sie besser, während Frauen eher störanfällig sind. Bei Ihnen sind es meist Stress und Sorgen, der Hormonhaushalt oder ein schnarchender Bettnachbar, die als Schlafräuber in Frage kommen.
Eine typische Situation in deutschen Betten: Sie liegt wach, grübelt und kann partout nicht schlafen, während er selig vor sich hin schlummert und ihr zudem schnarchend den Schlaf raubt. Mit dieser nächtlichen Schlaflosigkeit befinden sich Frauen in bester weiblicher Gesellschaft, denn Forschungsergebnisse belegen, dass der Schlaf von Frauen empfindlicher und störanfälliger ist. Fakt ist:
Schlafstörungen: Frauen leiden im Vergleich mit Männern doppelt so häufig unter Schlafstörungen. Mehrbedarf: Frauen haben ein höheres Schlafbedürfnis als Männer: Sie benötigen etwa eine Stunde mehr Schlaf pro Nacht. Leichtschläferinnen: Frauen brauchen länger um einzuschlafen, wachen nachts häufiger auf und haben einen leichteren Schlaf. Alter: Je älter, desto störanfälliger wird der Frauenschlaf. Wichtig: Das männliche Geschlecht ist im Gegenzug häufiger von Schnarchen und Atemaussetzern (Schlafapnoe) betroffen. Das raubt zwar meist nicht den Schlaf, kann die Gesundheit aber erheblich gefährden.
Wenn die Psyche nicht zur Ruhe kommt "Frauen sind durch hormonelle Schwankungen, Stress und Konflikte, die sich auf die Schlafqualität auswirken können, besonders anfällig für Schlafstörungen", fasst Professor Thomas Penzel vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Berliner Charité die weibliche Schlafproblematik zusammen. "Aber auch emotionale Faktoren wie Sorgen, Depressionen und Angstgefühle beeinträchtigen die Schlafqualität von Frauen."
Tatsächlich sind Sorgen die reinsten Schlafkiller. Denn Schlaf und Stimmung beeinflussen sich gegenseitig. Und gerade Frauen tendieren zum Grübeln im Bett - die Gedanken rattern im Kopf umher und halten wach.
Ein Grund für das nächtliche Wachliegen können aber auch ernsthafte Depressionen sein. Schlaflosigkeit gehört zu den häufigsten Symptomen, die bei dieser seelischen Erkrankung auftreten. Fatalerweise kann es aber auch umgekehrt sein: Chronische Schlaflosigkeit kann wiederum Depressionen auslösen.
Das kann helfen: Das gedankliche Abschalten vor dem Zubettgehen kann man durch Entspannungstechniken erreichen. Yoga, Autogenes Training, Meditation oder Progressive Muskelentspannung helfen dabei, den Alltagsstress zu bewältigen und die Sorgen loszulassen.
Hormonelle Schwankungen Hormone spielen eine große Rolle bei der Steuerung unseres Schlafes. Insbesondere Frauen unterliegen im Laufe ihres Lebens großen Schwankungen im Hormonhaushalt:
Gestörte Schilddrüse: Frauen leiden bis zu fünfmal häufiger an einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Bei einer Überfunktion läuft der Körper auf Hochtouren und kommt nicht zur Ruhe. Bei einer Unterfunktion fehlt dem Körper die nötige Energie; die Betroffenen schlafen länger und fühlen sich trotzdem schlapp. Menstruationszyklus: In der Zeit kurz vor der Menstruation leiden viele Frauen unter unruhigem Schlaf, nächtlichem Aufwachen und Träumen. Oft fühlen sie sich am nächsten Tag kaputt und müde. Viele haben ein vermehrtes Schlafbedürfnis. Auch beim prämenstruellen Syndrom können Anspannungen und Gereiztheit den Schlaf verändern. Schwangerschaft: Schwangere haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis, was vermutlich mit dem Hormon Progesteron in Zusammenhang steht, das während der Schwangerschaft vermehrt gebildet wird. Insbesondere in den letzten Monaten der Schwangerschaft verschlechtert sich die Schlafqualität, der Schlaf ist sehr unruhig und die Frauen liegen häufiger wach. Der wachsende Bauch kann nun die gewohnten Liegepositionen stören. Außerdem können Unwohlsein, Rückenschmerzen oder vermehrter Harndrang den Schlaf erheblich beeinflussen. Nach der Geburt bestimmt das Baby den Schlafrhythmus der Mutter, die dann selbst meist zu kurz kommt. Wechselhafte Jahre: Die hormonellen Veränderungen in der Menopause stören das Schlafverhalten oft durch Hitzewallungen, Herzrasen und Angstzustände. Zudem nimmt die Schlaftiefe im Alter (auch bei Männern) ab, und die wichtigen Tiefschlafphasen verkürzen sich. Nach den Wechseljahren: Mit zunehmendem Alter wird der Schlaf immer leichter, und das Durchschlafen fällt schwerer. Altersbedingte Erkrankungen und Schmerzen verhindern die Nachtruhe zusätzlich. Zudem leiden Frauen nach der Menopause deutlich häufiger unter Schnarchen oder Atemaussetzern. Die Folge: Tagsüber sind ältere Frauen oft müde. Wichtig: Schlafstörungen sind sehr individuell und sollten in Absprache mit einem Arzt, Frauenarzt oder Schlafmediziner behandelt werden. Als Anhaltspunkt gilt: Chronische Ein- und Durchschlafprobleme, die über einen Monat in mindestens drei Nächten pro Woche auftreten, gehören in ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Selbsthilfemaßnahmen, die die hormonelle Berg- und Talfahrt abmildern können, sind eine gesunde Lebensweise, ausreichend viel Schlaf, feste Schlafenszeiten, eine ausgewogene Ernährung sowie Maßnahmen zur Stressreduktion. (Quelle: Michaela Rose)
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