Schlafstörung: Ruhe durch Antischnarchmittel

Viele Frauen und Männer vertrauen beim allnächtlichen Kampf um ihre Nachtruhe auf ein mehr oder weniger sanftes Anschubsen ihres Partners. Dabei gibt es inzwischen Hunderte Mittel, die gegen das Schnarchen helfen sollen. testmarkt hat die aktuellsten Produkte von Schnarchern testen lassen.



Im einzigen deutschen Schnarchmuseum ist es nachzulesen: Der erste Schnarcher war Dionysos, der griechische Gott der Fruchtbarkeit. Er wurde von den ihn umgebenden Frauen immer wieder mit einem langen Stab geweckt, wenn er zu schnarchen anfing.

Viele Menschen vertrauen heute noch auf ein Anschubsen ihres schnarchenden Bettnachbarn, um endlich Ruhe zu finden. Doch es gibt auch andere Mittel, die gegen das Schnarchen helfen sollen. Im Schnarchmuseum im niedersächsischen Alfeld hat der Schlafforscher Dr. Joseph A. Wirth sie ausgestellt.

Er erklärt, wie Schnarchen überhaupt entsteht: „Technisch ist es dadurch bedingt, dass der weiche Gaumen, das Zäpfchen im Winde, anfängt, zu vibrieren.“ Der Arzt weiß, dass man mit Mitteln gegen das Schnarchen gut verdienen kann. Immer wieder gibt es neue Erfindungen. Der Schlafforscher sucht für testmarkt die aktuellsten Produkte aus seinem Museum aus:



„Breath Again“, kleine Stöpselchen, die aussehen wie abgeschnittene Fingerhüte. Sie sollen das Schnarchen verhindern, indem sie die Nase weiten.



Ein elektronisches Halsband. Über Vibrationen am Hals wird der Patient animiert, seine Schlafposition zu ändern.



Ein Armband, das bei Schnarchgeräuschen Stromimpulse abgibt. Auch damit soll der Schnarcher seine Position ändern.

testmarkt gab die Geräte drei Schnarchern zur Probe. Albert Schnackertz, Hans-Theo Müller und Herbert Oelmann schnarchen seit Jahren.

Herbert Oelmann hat schon vieles ausprobiert. In einer Nacht hat er das Halsband für testmarkt angelegt. Wie bei allen Testpersonen wurde sein Schlaf von einer Kamera überwacht. Sie nahm bei ihm ein lautes Schnarchen auf. Am nächsten Morgen machte Herbert Oelmann nicht gerade einen ausgeschlafenen Eindruck: „An der linken Seite - ich nehme an, dass das der Vibrator an dem Gerät ist - kriegte ich einen Schmerz, der zog sich bis in den Ohrbereich. Um vier Uhr musste ich die Manschette ausziehen, weil ich das nicht mehr ausgehalten habe.“

Hans-Theo Müller probierte die Nasenstöpsel aus. Auch hier nahm die Kamera Schnarchgeräusche auf. Er sagt: „Ich habe aber selber nichts davon gemerkt. Aber ich glaube nicht, dass die Stöpsel was bringen.“

Das Armband wurde von Albert Schnackertz angelegt. Die Auswertung der Aufnahmen war auch hier eindeutig: Er schnarchte. Und noch etwas hat ihn gestört: „Ich habe während der ganzen Nacht nicht einmal gespürt, dass ein elektrischer Impuls oder so etwas von diesem Gerät ausging.“

Das Armband von Albert Schnackertz, die Nasenstöpsel von Hans-Theo Müller und das Halsband von Herbert Oelmann - nichts hat den starken Schnarchern geholfen. Dr. Joseph A. Wirth erklärt das so: „Das Einzige, was bei diesen Patienten hilft, ist eine Untersuchung im Schlaflabor, verbunden mit der Verordnung einer nasalen Überdruckbeatmung. Da werden die oberen Atemwege offen gehalten und das Schnarchen ist vorbei.“

Bei Schnarchern, die morgens müde aufwachen, besteht zudem der Verdacht auf eine gefährliche Apnoe. Die Atemaussetzer können sogar zum Herzinfarkt führen. Der Gang zum Arzt ist für alle starken Schnarcher zu empfehlen. Nur so kann eine richtige Therapie gefunden werden.

Quelle: Markt


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