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Seit er in die Schule geht, schreckt er fast jede Nacht hoch, steigt aus dem Bett und ruft. Alpträume stören seine Ruhe. „Das ist beängstigend. Seine Augen schauen in meine Richtung. Er sieht aber durch mich hindurch. Gespenstisch“, so seine Mutter. Der Junge ist sechs Jahre alt, und nur während der Ferien schläft er durch.
Und das ist nicht alles, was seinen Schlaf stört. Bereits seit einigen Monaten setzt regelmäßig seine Atmung für kurze Zeit aus. Die Mutter: „Wenn wir das mitbekommen, setzen wir uns daneben und zählen die Sekunden. Ich konnte es zunächst selber nicht glauben, aber oft zähle ich bis 15.“
Diese Atemaussetzer kennt man von Erwachsenen, die stark schnarchen. Kommt es zu Atempausen mit einer Dauer von mehr als zehn Sekunden, dann spricht man von einer Schlafapnoe. Ursache der häufigsten Form, nämlich des obstruktiven Schlafapnoesyndroms (SAS), ist ein Kollaps der Schlundmuskulatur. Dazu kommt es, wenn im Schlaf die Spannung im Schlund nachlässt und dann eine Verlegung der oberen Atemwege (Obstruktion) erfolgt.
Begünstigende Faktoren sind hierbei zum Beispiel zu große Rachenmandeln und Polypen. 80 Prozent der Betroffenen sind zudem adipös, also stark übergewichtig. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen, aber auch Kinder haben gelegentlich zu enge Atemwege und damit Probleme beim Atmen und Schlafapnoe.
Schlafstörungen bei Kindern
Immer mehr Eltern erzählen, dass ihr Kind schlecht schläft. Wie Erwachsene haben einige Kinder Probleme beim Einschlafen. Auch berichten Eltern von regelmäßigen Wanderungen oder Alpträumen ihrer Kinder.
Wie bei Erwachsenen ist es nicht gesund, wenn der kindliche Schlaf über längere Zeit gestört ist – Experten sprechen von zwei bis drei Monaten. Die Kinder können sich nicht richtig erholen, sind am nächsten Tag unaufmerksam und überdreht. Bleibt die Unaufmerksamkeit und Unkonzentriertheit über viele Monate oder gar Jahre bestehen, kann die Entwicklung des Kindes beeinflusst werden.
Viele als hyperaktiv bezeichnete Kinder haben auch Schlafstörungen. Ärzte vermuten hier einen Zusammenhang. Jedoch ist noch nicht klar, ob Hyperaktivität die Schlafstörungen verursacht oder umgekehrt. Eines ist sicher: Kinder, deren Schlaf wieder besser wird, beruhigen sich auch am Tag.
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Wer schlecht schläft und darunter leidet, sollte sich an ein Schlaflabor wenden. So wie ein Elektrokardiogramm (EKG) den Herzschlag anzeigt, so zeigen die Wellen des Elektroenzephalogramms (EEG) im Schlaflabor die Gehirnströme während der Nacht. Anhand dieser Wellen können die Mediziner sehen, in welcher Schlafphase der Schläfer gerade ist und ob er zum Beispiel gerade träumt.
Neben dem EEG werden der Puls und die Sauerstoffsättigung des Blutes die ganze Nacht über beobachtet und aufgezeichnet. Ein bis drei Nächte reichen in der Regel. Dann können die Schlafmediziner sagen, warum der Patient schlecht schläft.
Überall in Deutschland werden immer mehr Schlaflabore eröffnet. Bisher leider hauptsächlich für Erwachsene. Für Kinder gibt es landesweit erst circa 15 Labore, die sich auf die jungen Schläfer spezialisiert haben. Diese Zahl spiegelt wider, dass wir über den Schlaf und seine Störungen bei Kindern erst wenig wissen.
In Nordrhein-Westfalen können Sie zum Beispiel in Köln-Porz oder in Krefeld Ihr Kind untersuchen lassen (Adressen siehe unter „Links“).
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Schlafapnoe bei Kindern
Die meisten Kinder schnarchen ab und zu. Auch in diesem Punkt unterscheiden sie sich nicht von Erwachsenen. Der Grund kann ein Schnupfen sein oder eine ungünstige Schlafposition. Aber auch bei Kindern kann Schnarchen ein Zeichen für eine schwerwiegende Schlafstörung sein. Denn wer schnarcht, atmet und schläft schlecht. Und wer schlecht schläft, ist am nächsten Morgen nicht so ausgeruht. Und wer nicht so ausgeruht ist, kann sich schlechter konzentrieren und hat damit weniger vom Tag.
Schnarchen entsteht, wenn die Atemwege zu eng sind. Schlimmstenfalls kommt gar keine Luft mehr durch. Dann setzt der Atem aus. Eine Sekunde, zwei, drei ... – bei Erwachsenen bis zu 60 Sekunden lang. In dieser Zeit kommt kein Sauerstoff mehr ins Blut, Kohlendioxid reichert sich vermehrt an, was den stärksten Atemantrieb darstellt.
Darauf reagiert der Körper mit einer Schreckreaktion und vermehrter Atemarbeit. Der Schläfer wird nicht wach, schnappt aber häufig mit lautem Schnarchgeräusch nach Luft – zur Erleichterung des Partners oder der besorgten Eltern.
Zum Glück ist die Ursache für diese so genannte Schlafapnoe bei Kindern in vielen Fällen relativ leicht zu beheben. Denn sehr häufig sind vergrößerte Mandeln oder Polypen daran schuld, dass die Atemwege verengt sind. Dies kann durch eine Operation behoben werden.
Ein- und Durchschlafstörungen
„Mama, ich habe Durst, Mama ich muss mal ... Maaaamaaaa, ich kann nicht schlafen.“ Einmal nicht einschlafen können ist ganz normal und gehört zum Leben dazu. Wenn das Kind Geburtstag hat oder seinen ersten Zahn verliert, dann dauert es, bis man zur Ruhe kommt und sich in den Schlaf „verabschieden“ kann.
Wenn Kinder aber regelmäßig über Monate schlecht ein- oder durchschlafen, schleppen sie mit der Zeit einen erheblichen Schlafmangel mit sich herum, der zu den oben beschriebenen Schwierigkeiten führt. Anders als bei vergrößerten Mandeln, die man verkleinern kann, können diese Arten der Schlafstörungen nicht herausgeschnitten werden. Hier muss das Verhalten geändert werden. Aber wie?
Für Babys und Kleinkinder gibt es zahlreiche Beratungsbücher rund um den gesunden Schlaf. Vielen Familien ist zum Beispiel dieses bekannt: „Jedes Kind kann schlafen lernen“. Doch für Kinder zwischen circa fünf Jahren und dem Pubertätsalter findet man solche Lektüre nur selten.
Ein Team um den Kölner Psychologieprofessor Gerd Lehmkuhl beobachtet in Zusammenarbeit mit dem Kölner Kinderarzt Dr. Alfred Wiater vom Kinderkrankenhaus in Porz seit mehr als vier Jahren das Schlafverhalten von Grundschülern. Basierend auf den ersten Daten ihrer Studien haben sie ein Therapieprogramm entwickelt. Das soll Kindern und ihren Familien helfen, Schlafstörungen in den Griff zu bekommen. In circa sieben Sitzungen lernen die Familien, wie sie ihr Leben so verändern können, dass ihr Kind wieder ruhiger wird und regelmäßig in den Schlaf findet.
Schlafräuber im Kinderzimmer
Die Lösung für die meisten Familien klingt nicht originell: Die Schlafräuber im Kinderzimmer sind Fernseher und Computer. Ihr unkontrollierter Konsum ist die Hauptursache dafür, dass Kinder immer häufiger schlecht schlafen.
Auch wenn ein Achtjähriger am Tage schon „ein großer Junge und starker Kerl“ ist, braucht er am Abend eine vertrauensvolle Atmosphäre, um in den Schlaf zu finden. „Denn einschlafen heißt sich trennen“, so eine Psychologin der Kölner Uni, „und um sich zu trennen, braucht man Vertrauen in die Umgebung.“
Viele Eltern sollten einfach einmal über ihre Wortwahl nachdenken, wenn es Schlafenszeit wird: „Du musst ins Bett“, klingt wie eine Strafe. Wenn man aber sagt: „Du darfst ins Bett, denn Schlafen macht Spaß, bringt Kraft und schöne oder spannende Träume“, dann fällt es den Kindern mit der Zeit vielleicht leichter, freiwillig ins Bett zu gehen und den schönen Schlaf „zu suchen“.
Quelle: WDR
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