Wenig Schlaf, wenig Leistung

Jedes fünfte Kind kommt nachts nicht zur Ruhe. Experten warnen vor den Folgen. "Abends keine Videospiele!"
Schlecht geschlafen? Mal wieder wie gerädert heute Morgen? Schlafstörungen sind ein Phänomen unserer Zeit. Nicht nur bei Erwachsenen. Jedes fünfte Grundschulkind kommt nachts nicht zur Ruhe. Vor den Folgen warnte gestern die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin bei ihrer Jahrestagung in Düsseldorf. Professor Winfried Randerath: "Die meisten Eltern merken überhaupt nichts von den Schlafstörungen ihrer Kinder." Ein Versäumnis mit Konsequenzen. Denn als Regel gilt: Schlechter Schlaf, schlechte Laune, schlechte Leistungen. Und das oft ein Leben lang.



Völlig unterschätzt würde dabei von Eltern die ruhestörende Wirkung von Fernseh- und Videospielen. Aber Randerath sieht noch andere Gründe: "Kinder gehen heute später ins Bett als früher, oft erst dann, wenn sie ihre Müdigkeit schon wieder überwunden haben, sie schlafen unregelmäßig und sie sind häufig durch Gedanken belastet, die ihnen buchstäblich den Schlaf rauben."

Schnarchen ist ein Hinweis

Oft hat die Schlaflosigkeit aber auch körperliche Ursachen wie vergrößerte Polypen oder Mandeln, die operativ entfernt werden können. Randerath: "Wenn Kinder schnarchen kann das ein Hinweis darauf sein. Eltern sollten dann immer mit ihnen zum Arzt gehen." Außerdem raten die Experten, den Fernseh- und Videokonsum auf ein bis zwei Stunden zu reduzieren, zwei Stunden vor dem Zubettgehen sollte beides tabu sein. Auch würden Eltern häufig nicht darauf achten, dass die Schlafzimmer ihrer Sprösslinge ruhig und dunkel sind - eigentlich Selbstverständlichkeiten. Und nicht zu warm, 14 bis 16 Grad seien ideal. Auch emotionale Spannungen im Elternhaus wirken nicht gerade einschläfernd. Womit nicht ein gelegentlicher Streit gemeint ist, sondern eher ein gestörtes Verhältnis der Eltern zueinander: Gift für die kindliche Psyche. Und damit für die Nachtruhe.

Auch unter Erwachsenen ist Schlaflosigkeit ein Alltagsthema. Jeder Dritte ist mittlerweile von Ruhelosigkeit geplagt. Der eine kann nicht einschlummern, der andere wird mitten in der Nacht wach und wälzt sich stundenlang. Manche Menschen leiden unter krankhaften Atemaussetzern (Apnoe). Die Folgen am nächsten Tag: bleierne Müdigkeit. Die nicht nur die Leistung am Arbeitsplatz lähmen, sondern auch gefährlich sein kann; denn viele dieser Patienten nicken nicht nur am Schreibtisch ein, sondern auch am Steuer ihres Autos.

Schlafstörungen (auch Apnoe) werden in Düsseldorf von Experten in den Krankenhäusern in Benrath und Kaiserswerth behandelt.

Quelle: NRZ 13.10.2007


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