Für viele Menschen eine bekannte Situation: Man liegt im Bett, kuschelt sich ins Kissen und schickt sich gerade an, so richtig schön in den Schlaf zu sinken. Und dann geht es los. Es beginnt mit Atemgeräuschen und leichtem Röcheln - dann ist es unüberhörbar da: Das Schnarchen des Bettnachbarn. Experten schätzen, dass zwischen 10 und 30 Prozent der Deutschen schnarchen. Bei Menschen über 60 Jahren ist Schnarchen weiter verbreitet als bei jüngeren.
Was ist Schnarchen? Das typische Schnarchgeräusch entsteht, wenn man beim Schlafen durch den geöffneten Mund atmet. Dabei beginnen das Gaumensegel, das Zäpfchen, die Rachenwand oder der Kehlkopfdeckel im eingeatmeten Luftstrom zu schwingen. Der Grund dafür, dass durch den Mund und nicht durch die Nase eingeatmet wird, kann verschiedene Ursachen haben:
Die Nasenatmung ist durch Schnupfen, vergrößerte Mandeln oder andere Schwellungen im Nasen- und Rachenbereich oder durch eine Nasenscheidewandverkrümmung behindert.
Die Muskulatur im Backenbereich erschlafft, der Unterkiefer sinkt hinunter, der Mund öffnet sich.
Die Muskulatur im Bereich des Rachens und des Schlundes ist erschlafft, Zunge und Gaumensegel versperren die Atemwege.
Gibt es Abhilfe? Es gibt durchaus Abhilfe für das Schnarchen. Die Palette reicht von bestimmten Verhaltensregeln über chirurgische Eingriffe bis zu Sauerstofftherapien. Wer etwas gegen sein Schnarchen tun will, sollte zunächst mit den Verhaltensregeln beginnen:
Schlafposition ändern, Kopf bzw. Oberkörper höher lagern.
Rückenlage vermeiden. Da das im Schlaf kaum zu kontrollieren ist, gibt es mehr oder weniger wirksame Hilfsmittel im Handel, um das Drehen auf den Rücken zu verhindern.
Schnarcher sind oft übergewichtig. Gewichtsreduktion bringt in vielen Fällen etwas.
Alkoholgenuss vor dem Schlafen sollte vermieden werden. Der Alkohol trägt zum Erschlaffen der Muskulatur bei und begünstigt das Schnarchen.
Muskelerschlaffung kann auch durch Medikamente verursacht werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, vielleicht kann man das Präparat wechseln. Generell kann eine Untersuchung beim Arzt sinnvoll sein. Denn sind zum Beispiel offensichtliche Probleme im Hals-Nasen-Ohren-Bereich für das Schnarchen ursächlich, kann meist durch eine einfache Operation (Mandel-, Polypen-, Nasenscheidewand- oder Gaumensegel-OP) geholfen werden.
Fragwürdige Hilfsmittel Können Ärzte nicht helfen, das Problem des Schnarchens zu lösen, dann haben Betroffene entweder die Möglichkeit, sich mit seiner Neigung zur nächtlichen Ruhestörung abzufinden oder bestimmte Hilfsmittel und Behandlungen auszuprobieren. Allerdings gibt es über die Wirksamkeit kaum zuverlässige Angaben. Beim einen helfen Sie, beim anderen nicht. Einige sind durchaus ernst zu nehmen, andere nutzen vermutlich nur dem, der Geld damit verdient. Aufbissschienen oder ein Zungenmuskeltraining sollen verzweifelten Schnarchern geholfen haben. Mit der Daueranwendung von Tropfen, Sprays und Tinkturen gegen das Schnarchen sollte man vorsichtig sein. Die Mittel können möglicherweise den Schleimhäuten schaden.
Ist Schnarchen gesundheitsschädlich? Schnarchen kann gesundheitsschädlich sein, muss es aber nicht. In der Regel ist Schnarchen nur lästig und besonders für die Umgebung störend, aber dennoch harmlos. Allerdings gibt es auch eine Ausnahme: Fünf Prozent der Deutschen leiden an der so genannten Schlafapnoe. Sie ist eine möglicherweise lebensbedrohliche Erkrankung. Bei manchen Menschen wird die Luftröhre beim Schnarchen blockiert. Es kommt zu Atemaussetzern. Bekommt der Schlafende dann keine Luft mehr, hat das Gehirn einen Aufwachreflex. Der Betroffene schreckt hoch, wird kurz wach, sein Schlaf wird gestört. Dieser gestörte Schlaf und der aus den nächtlichen Atemaussetzern resultierende Sauerstoffmangel kann dann über Tag Schläfrigkeit, Konzentrations- und Kreislaufstörungen zur Folge haben. Das Risiko für einen Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist deutlich erhöht. Deshalb muss Schlafapnoe unbedingt behandelt werden. Ist eine Schlafapnoe diagnostiziert worden, kann sie mit Medikamenten oder durch eine Überdruckbeatmung (CPAP-Therapie) therapiert werden. Dabei trägt man nachts eine Maske, über die Luft in die oberen Atemwege geblasen wird. Das Schnarchen und die Atemstillstände werden beseitigt, der Schlaf ist wieder erholsam. Wenn Ihr Partner bei Ihnen die beschriebenen Atemstillstände während der Nacht feststellt und/oder eines oder mehrere der folgenden Symptome feststellt, dann sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen:
lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Atemstillstand
Tagesmüdigkeit/Sekundenschlaf
verminderte Leistungsfähigkeit (geistig und körperlich)
Konzentrationsschwäche
Depressionen
Nervosität, Gereiztheit
Kopfschmerzen beim Erwachen
Alpträume, Gedächtnisstörungen
morgens Schwindelgefühl
Persönlichkeitsveränderungen
sexuelle Funktionsstörungen, Impotenz
nächtliches Schwitzen
Schwindelattacken
Die Behandlung der Schlafapnoe wird von den Krankenkassen bezahlt. Dient jedoch ein Eingriff oder eine Behandlung nur dazu, das lästige Schnarchen los zu werden und besteht keine konkrete medizinische Notwendigkeit, dürfte es schwer werden, eine Übernahme der Kosten zu erreichen.
Akupunktur - wirksame Hilfe bei Rückenschmerzen Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Viele Betroffene werden ihre Beschwerden nicht los - egal was sie tun. Manchen hilft sogar eine Operation nicht. Das Auffällige bei Rückenbeschwerden: In 80 Prozent der Fälle gibt es keinen sichtbaren Befund. Manche der Patientinnen und Patienten plagen sich seit Jahrzehnten mit Rückenschmerzen herum, ohne dass Linderung in Sicht wäre. Patienten, die sich jedoch Akupunkturbehandlungen gegen Rückenbeschwerden unterzogen haben, berichten davon, dass sie nach einigen Anwendungen monatelang schmerzfrei sind, obwohl sie vorher kaum noch laufen konnten vor Schmerz.
Mehrere Krankenkassen starteten im Jahr 2000 einen Großversuch, der die Wirksamkeit der Akupunktur nachweisen soll. Mittlerweile sind nahezu 500.000 Patienten und 10.000 Ärzte an dem Projekt beteiligt. Die Erfolgsquote der Akupunktur-Behandlungen bei Schmerzen in der Lendenwirbelsäule liegt bei 86 Prozent, so Ärzte der Berliner Charité. Manche Krankenkassen übernehmen bei chronischen Kopfschmerzen, Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule und bei Arthrose die Kosten für Akupunktur ganz oder teilweise. Die Kostenübernahme sollte auf jeden Fall mit der Kasse abgeklärt werden, bevor man eine Behandlung beginnt.
Leistenbruch ist keine "Männerkrankheit" Der Leistenbruch (Hernie) wird fälschlicherweise oft als reine Männerkrankheit angesehen. Frauen bekommen zwar wesentlich seltener als Männer einen Leistenbruch, ausgeschlossen ist dies aber nicht. Man spricht von einem Leistenbruch, wenn sich Bauchfell oder Darmgewebe in den Leistenkanal stülpt. Das kann durch eine große Anstrengung beim Sport oder durch schweres Heben passieren. Bei Männern sind bei einem Leistenbruch normalerweise Vorwölbungen bzw. Schwellungen zu sehen und zu fühlen, die recht eindeutig auf die Krankheit hindeuten.
Das ist bei Frauen nicht so, und deshalb ist die Diagnose schwieriger zu stellen. Meist klagen die betroffenen Frauen über unklare Schmerzen im Bauch oder in der Hüftgegend. Manchmal strahlen die Schmerzen auch in die Beine aus oder es treten Verdauungsprobleme auf. Es gab Fälle, bei denen mehrere Ärzte Leistenbruch-Beschwerden einer Frau auf gynäkologische oder orthopädische Ursachen zurückgeführt und sie entsprechend behandelt haben, ehe ein weiterer Arzt auf die wirkliche Ursache kam.
Wenn die geschilderten Beschwerden trotz Behandlung durch Gynäkologen oder Orthopäden nicht verschwinden, sollte man den Leistenbruch als Ursache in Betracht ziehen und einen Spezialisten aufsuchen. Eine Leistenbruchoperation ist - gleich nach welcher Methode - heutzutage keine aufwändige oder schwere Operation mehr. Meistens wird dabei ein kleines Netz eingesetzt, das die Lücke schließt, durch die sich das Gewebe vorwölbt. Mit körperlicher Anstrengung (besonders schwere Arbeit bzw. schweres Heben) muss man aber auch nach der Operation äußerst vorsichtig sein. Quelle: WDR
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